Feb 062013
 
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Wir alle kennen diese kleinen lästigen Fliegen die sich im Sommer sofort einfinden wenn irgendwo Obst, Saft oder sonst etwas süßes steht. Die kleinen Plagegeister sind so gut wie nicht loszuwerden und sind vor allem wenn sie im Wein oder Saftglas ertrinken schlichtweg ekelhaft. Bei den Fruchtfliegen die wir in der Wohnung haben handelt es sich für gewöhnlich um die ca. 2mm großen Drosophilla melanogaster. Die kleinen Tierchen leben in erster Linie von Mikroorganismen die z.B. Obst zersetzen, wie etwa Bakterien oder Hefe und sind überall dort zu finden wo sich ein Nährboden für diese findet. Interessant für den Terrarianer und Aquarianer macht Drosophilla ihr sehr kurzer Vermehrungszyklus und ihre hohe Produktivität, dann das macht sie zu einem Idealen Lebendfutter. Grade für kleinere Fische und Terrarientiere stellen Drosophilla den Hauptbestandteil an Lebendfutter. Für die Zucht empfehlen sich zum einen die Flugunfähige Variante von Drosophilla melanogaster oder , ebenfalls Flugunfähig, die mit 4mm etwas größere Drosophilla hydei. Im Handel werden die Arten als Kleine oder große Fruchtfliegen angeboten. Die Flugunfähigkeit macht die Handhabung der Tiere deutlich leichter geht jedoch auf Kosten der Produktivität, wenn man also ein Drosophilla sicheres Terrarium oder Aquarium hat kann man sich durchaus auch an der Flugfähigen Variante von D.melanogaster versuchen ( Zuchttiere gibt´s im Sommer Frei Haus vom Biomüll 🙂 ) . Gerade in Zuchten von D. melanogaster finden sich immer wieder Flugfähige Drosophilla, die sich rasch ausbreiten ( entweder mutieren die Tiere zurück oder, was ich für wahrscheinlicher halte, man schleppt mit dem Nährboden eier der Wildform ein, möglicherweise schleusen sich beim ansetzen auch Wildtiere ein ;-)) Gezüchtet werden die Tiere in Behältnissen von etwa 0,5Liter bis ca. 1Liter Größe, die man entweder mit zwei Lagen Toilettenpapier, Küchenpapier oder mit einem Nylonstrumpf und einem Gummiband verschließt. Als Lauffläche gibt man zerknülltes Papier, Holzwolle, Stroh, Eierkartons oder ähnliches auf den Zuchtbrei. Man füllt das Behältnis etwa ein bis zwei cm. hoch mit Zuchtbrei, gibt die Lauffläche darauf, schüttelt dann ein paar Fruchtfliegen rein und verschließt das Ganze. Danach lässt man es bei 23-25°C stehen ( bei niedrigeren Temperaturen wird der Vermehrungszyklus deutlich länger, bei höheren geht die Vermehrungsrate stark zurück ) und wartet ab, nach etwa einer Woche sollten sich die Maden im Zuchtbrei tummeln. Wichtig ist das ganze immer feucht zu halten und gelegentlich Zuchtbrei nachzugeben, dann kann ein Ansatz ewig laufen.

Gefährlich für einen Ansatz sind zum einen Schimmel und zum anderen Milben, befallene Ansätze sollten sofort entsorgt werden. So und zum Ende noch mein eigenes Liblingsreszept für den Zuchtbrei:

2 beutel Trockenhefe

4 Löffel Zucker

etwas lauwarmes Wasser

200ml Obstessig

Haferflocken

Man verrührt den Zucker und die Hefe mit etwas Wasser zu einem Brei, das ganze stellt man dann für etwa eine halbe Stunde warm. Nach einer halben Stunde sollte das Ganze zu arbeiten begonnen haben :-), jetzt geben wir den Obstessig zu und verrühren es mit den Haferflocken zu einem dünnen Brei, hier ist etwas Augenmaß gefragt, der Brei sollte noch gut fließ fähig aber nicht zu dünn sein ( siehe Bilder ). Der Brei lässt sich zwecks good loading gut mit Vitaminen anreichern.

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